Mexikaner – traditionsbewusst und ein Mix der Kulturen

Die Mexikaner sind sehr religiös und zum Teil recht konservativ, jedoch wie eigentlich überall mehr in den Klein- als in den Großstädten. Unverheiratete sollen nicht beieinander übernachten, auch wenn sie 30 Jahre alt sind, das kann ordentlich Streit mit der Mutter geben. Man achtet hier wirklich sehr darauf, was Nachbarn und die Familie denken. Wenn man Freundschaften zum anderen Geschlecht pflegt, als Verheirateter alleine ausgeht oder einen wesentlich älteren oder jüngeren Partner hat, kann das schon für ordentlich Aufregung in der Gemeinde sorgen. Das Heiratsalter ist im Durchschnitt deutlich niedriger als in Deutschland und liegt so bei 23 Jahren, aber viele Mädchen heiraten auch schon mit 18 Jahren oder mit Einverständnis der Eltern sogar minderjährig. Scheidungen sind mittlerweile zwar üblich, können aber auch zum Stadtgespräch werden. Überhaupt hat die Familie hier einen ganz anderen Stellenwert als bei uns, auch entferntere Verwandte wie Cousins oder Großonkel sind sehr wichtig. Wenn man zu einem Familienfest eingeladen wird, erwarten einen gut und gern gleich 80 Personen.

Etwa 80% der Bevölkerung sind Mestizen, 10% Weiße (Güeros oder Gringos) und 8% Indios. Die Mestizen sind aus der Verschmelzung der verschiedenen Rassen, vorwiegend indianisch und spanischer Herkunft, hervorgegangen. Asiaten sieht man praktisch überhaupt nicht. Mexiko hat neben den Touristen einen recht geringen Ausländeranteil, verglichen mit Deutschland. Die meisten Migranten stammen aus den Nachbarländern USA und Guatemala. Jedoch ist Guanajuato eine bedeutende Universitätsstadt, deshalb trifft man hier viele internationale Studenten. Der Einfluss der USA auf die mexikanische Lebensweise erscheint mir echt groß, angefangen von der Kleidung bis hin zum Fernsehen und manchen Fast Food- und Supermarkt-Ketten, die sich hier etablieren. Aber bei der Musik habe ich den Eindruck, dass neben US- und spanischen Gruppen die nationalen und südamerikanischen Bands doch am meisten gehört werden.

Friedhof

An meinem letzten Wochenenden habe ich Querétaro einen zweiten Besuch abgestattet, dessen Wahrzeichen ein Aquädukt ist. Und ich habe mir die Expo Bicentenario, eine weithin angepriesene und große Ausstellung anlässlich der 200 Jahre Unabhängigkeit Mexikos, angeschaut. Außerdem habe ich meine Kommilitonin Sunny getroffen, die derzeit auch ein Praktikum in Mexiko (Querétaro) macht und war mit ihr u.a. im sehr skurrilen Mumienmuseum von Guanajuato. Dazu kam noch eine Stadterkundung Leóns und eine kleine Shoppingtour mit der Erkenntnis, dass auch hier die großen europäischen und amerikanischen Ketten dominieren. Abends gab es ein paar Bar- und Partybesuche und natürlich gehe ich weiterhin fleißig zum Salsakurs. 😉

Aquädukt in Querétaro


Immer wird irgendwo irgendwas gefeiert und getanzt


Querétaro


Die Stadt bereitet sich auf den Día de la Independencia vor

Basilica Nuestra Señora

Teatro Juárez


Mammut in der Expo Bicentenario

Sunny zu Besuch in Guanajuato


Graffitiliebeserklärung - Graffiti sieht man sonst selten

Fiesta mexicana


Cappuccino

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