
“Was machen wir nächstes Wochenende?” – “Reisen!” Durch unseren neuen Tatendrang habe ich im Januar nahezu alle grösseren Städte der Region gesehen. Letzten Samstag ging´s nach Lugo, in die älteste Provinzhaupstadt Galiziens. Nach zwei Stunden Busfahrt durch wunderschöne Landschaft und idylische Dörfer, die wirken, als hätte sich dort in den letzten hundert Jahren kaum etwas verändert, kamen wir im in Nebel gehüllten Lugo an.


Die Altstadt hat ihren ganz eigenen Charme. Das Besondere ist, dass sie durch eine römische Stadtmauer aus dem 3.Jh. umrundet wird. Die “Muralla” wurde 2000 zum Weltkulturerbe erklärt und ist nach so vielen Jahren noch vollständig erhalten und begehbar. Tatsächlich schien sich am Samstagnachmittag die halbe Stadt auf der Mauer zu tümmeln, ob Spaziergänger, spielende Kinder oder Jogger. Auch sonst hat die Altstadt einige nette Ecken zu bieten, sowie eine schöne Kathedrale, die mich aber doch sehr an ihre grosse Schwester in Santiago erinnert hat. Insgesamt ist Lugo sehenswert, auch wenn die kleinere Stadt bei Weitem nicht an den Zauber und die kulturelle Vielfalt von Santiago de Compostela heranreicht.
Mélissa und ich haben in Lugo bei Nolwenn, einer französischen Freiwilligen, übernachtet. Die hatte trotz der Ferne zur Heimat eine ordentliche Crêpes-Pfanne parat. Lecker!

Aber wir haben uns auch einen Besuch in einem Café aus dem 19.Jh. gegönnt. Da geht natürlich nichts über eine spanische Chocolate! Eine frische, heiße Trinkschokolade aus geschmolzenen Zartbittertafeln ist so herrlich. Die Spanier tunken traditionellerweise Churros in die Chocolate, was aber eher nicht so mein Fall ist.

Was ich an Spanien liebe ist, dass man in Cafés oder Bars fast immer ein oder zwei Tapas zum Getränk gereicht bekommt. Zum Kaffee gibt´s meist ein Stück Gebäck, Erdnüsse oder Oliven. Manchmal bekommt man aber auch ein halbes Menü, z.B. Teller mit Serrano-Schinken oder Käse, Tortilla, mit Chorizo (Paprikawurst) belegtes Baguette oder kleine Stücke frittierten Fisches. Da bestellt man am Abend zwei-drei Getränke in diversen Bars und wird ganz nebenbei satt!

Diese Woche war ich wie jeden Dienstag mit meiner spanischen Kollegin während der Pause einen Kaffee schlürfen. Der kostet gerade mal 90 Cent, aber man bekommt immer einen Haufen Tapas dazu serviert. Hungrig wie ich war, wollte ich mich gleich auf die Häppchen stürzen. Doch etwas hielt mich ab: auf jedem Teller lag ein Stück Schweineohr. Hier ist das eine Delikatesse, man isst quasi alles vom Schwein, inklusive Nase und Huf. Mmh, Neues ausprobieren im Ausland hin oder her – dazu kriegt mich keiner…!

hey süße…
da erlebst du ja ganz schön viel in letzter zeit! klingt echt toll, was du da alles kennenlernst! aber ich sage dir, ein schweineohr würde ich auch höchstens hier vom bäcker essen…
ich fliege gleich los nach paris. muss mich dann auch langsam mal fertig machen! lässt du mir noch deine adresse zukommen? dann bekommst du auch eine karte!
hab dich lieb, nadja