Impressionen der letzten Wochen

Geburtstagsrunde

Manchmal verliebe ich mich in meinen Reiseführer. (Danke an meine Mutter – der ist echt gut!) Mit den Reiseführern und mir verhält es sich folgendermaßen: Vom Kauf bis zur Abfahrt werden sie kaum eines Blickes gewürdigt. Auch als Reiselektüre kommt der dicke Schinken nicht in Betracht. Aber bin ich erst einmal vor Ort und schlage den Reiseführer auf, bin ich sofort Feuer und Flamme und möchte ihn kaum noch aus der Hand geben. Und so renne ich ewig als Tourist gekennzeichnet durch die Stadt, (auch wenn ich ihn gern bis zur nächsten Straßenecke mit einer Jacke tarne oder kurz in der Tasche verstecke). Manchmal schaffe ich es, den Reiseführer Zuhause zu lassen und einfach drauf los zu schlendern, mich ganz auf die Stadt einzulassen und überrascht zu werden, was hinter der nächsten Ecke wartet. Das ist natürlich viel schöner so! Dennoch werde ich in einer gänzlich neuen Stadt meinen treuen Gefährten zücken – fast krankhaft in dem Wunsch nach Orientierung und der Angst, sonst eine tollen Platz oder ein gutes Museum zu verpassen oder nicht zu wissen, auf welcher geschichtsträchtigen Straße ich ahnungslos vor mich hin schlendere…

Aber in Guanajuato habe ich mich nun doch schon eingelebt. Und so genieße ich die letzten Wochen. Es wird herbstlich…

Barbecue auf Arbeit

Blauer Taco

Mariachi

Mexikaner scheinen die Kombination süß-scharf zu mögen. Kauft man einen Becher mit frischen Früchten, wie er überall in der Stadt angeboten wird, dann wird darauf noch Chili, Salz und Limone gegeben. Ohne Chili geht wirklich nichts. Gewöhnungsbedürftig, aber lecker!

Am Sonntag hat hier alles geöffnet, meist so lang wie an einem Werktag, und die Supermärkte sind bis 22Uhr offen. Mexikaner nutzen den Sonntag gern um mit der Familie durch das Zentrum zu flanieren und gut zu essen. Beim Einkaufen wird einem alles in Tüten gepackt. Genauso wird man an der Tankstelle bedient, man braucht nicht mal aussteigen…

Teatro Juárez

Guanajuato ist recht wohlhabend und hübsch, weil hier Gold, Silber, Kupfer und andere Metalle geschöpft werden. Ich habe mir eine Mine in Valenciana, einem Vorort von Guanajuato, angeschaut. Sehr beeindruckend!

Kirche von Valenciana

Mine bei Guanajuato

Aber es gibt manche Dinge, an die ich mich nicht so recht gewöhnen kann. Das sind z.B. Leute auf den Ladeflächen von Lieferwagen, oft supergefährlich, Fußgänger auf der Schnellstraße, oder das Fehlen von Anschnallgurten auf der Rückbank. Kinder, die 23 Uhr noch auf der Straße unterwegs sind, Kaugummis verkaufen oder betteln. Senioren, die die 65 Jahre längst überschritten haben, die noch ihr Handwerk verkaufen oder als Mariachi arbeiten…

Kinder auf den Ladeflächen - hier ganz normal

Dieser Beitrag wurde unter Mexiko veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.