Mexiko-Stadt – geschätzte 28 bis 30 Millionen Einwohner (mit Vororten). Die Stadt ist riesig, doch das ganze Ausmaß kann man wohl nur aus dem Flugzeug erahnen. Obwohl Mexiko-Stadt nicht ganz ungefährlich ist, wollte ich dennoch die Hauptstadt des Landes und einer der größten Städte der Welt kennen lernen. Sie hat ein faszinierendes Zentrum, aztekische Ruinen und Wolkenkratzer, Slums und Nobelviertel. Und kulturell hat D.F. (Distrito Federal, wie Mexiko-Stadt oft genannt wird) einiges zu bieten, viele Museen und Märkte mit Kunsthandwerk und immer irgendwo Veranstaltungen.
Ich habe in einem Hotel gleich beim Torre Lainoamericano, einem der höchsten Gebäude der Stadt, gewohnt. Der Blick von der 42. Etage über Mexikos Häusermeer ist echt beeindruckend.
Der Zócalo ist der Mittelpunkt des Zentrums und einer der größten Plätze der Welt. Jeden Morgen wird eine überdimensionale Nationalflagge gehisst und um 18 Uhr feierlich mit Kapelle und Garde heruntergeholt. Als ich am Sonntag um 8.30 Uhr über den Platz lief, hielt eine große Gruppe ihre Meditationsübungen ab. An den Zócalo grenzen die beeindruckende Kathedrale und der Nationalpalast mit den berühmten Wandmalereien von Diego Rivera, die ich gern besichtigen wollte, aber die Schlange war selbst zu dieser Morgenstunde schier endlos… Nachts ist der Zócalo auch beeindruckend, da total viel los ist und die Gebäude noch alle zu Ehren der Zweihundertjahrfeier geschmückt sind.
Beim Zócalo bieten Handwerker und Händler ihre Dienste und Waren an und man kann Aztekentänzer bewundern und sich deren Rat und manch Heilmittel einholen. Dann habe ich den Templo Mayor der einstigen Aztekenstadt Tenochtitlán und das Museum der Ausgrabungsstätte besichtigt. Als die Spanier 1521 Tenochtitlán erreichten, brannten sie alles nieder und errichteten Mexiko-Stadt auf deren Trümmern. Erst Ende der 1970er entdeckte man, dass sich der Haupttempel unter und bei dem Zócalo befindet, und legte ihn zum Teil frei und errichtete das Museum.
Dann war ich im Parque vom Chapultepec, einem riesigen Park im Herzen der Stadt voller Spaziergänger, Familien und Händler, mit zwei Seen, einem Vergnügungspark, Museen, einem Zoo… In dem Castillo de Chaputec, einem Schloss, in dem Kaiser Maximilian von Habsburg lebte, befindet sich das Nationalmuseum für Geschichte und man hat einen wunderschönen Blick über die Stadt.
Wo ich schon einmal in Mexiko Stadt war, konnte ich mir das berühmte Blaue Haus von Frida Kahlo nicht entgehen lassen. Sie wurde dort geboren und hat mit Diego Rivera bis zu ihrem Tod dort gelebt. Die gezeigten Bilder sind nicht die bekanntesten, aber dennoch lohnt ein Besuch. Gleich um die Ecke hat Leo Trotzkij im Exil gelebt. Sein kleines Haus war zu einer wahren Festung ausgebaut worden, dennoch wurde er von einem Agenten Stalins in seinem Arbeitszimmer mit einem Eispickel erschlagen. Die Räumlichkeiten wurden weitgehend so belassen, man sieht noch Trotzkjis Aufzeichnungen und seine zerbrochene Brille, sowie das Grab im Garten.
Mexiko-Stadt ist geschäftig, laut und dreckig, aber sehr faszinierend und an einem Wochenende überhaupt nicht zu erfassen. Leider brauche ich fünf Stunden mit dem Bus, andernfalls hätte ich öfter einen Ausflug dahin unternommen.
























