Der Oktober war für mich der Monat der Besucher, denn zweimal sind Neugierige aus Deutschland angereist, um ein paar Tage auf die galizische Weise zu leben. Dazu gehört natürlich auch, dass der Bus sowohl 10 Minuten früher als geplant, als auch mit 40 Minuten Verspätung abfahren kann, man das Trinkwasser nicht aus dem Supermarkt, sondern vom Brunnen holt, und dass es bei uns momentan nur kaltes Wasser zum Duschen gibt…


Aber ich denke, sie haben auch die schönen Seiten der Gegend kennengelernt. Die Gemütlichkeit der Galizier, die lustige Gaita-Musik (der galizische Dudelsack) und vor allem das leckere Essen. Klar, dass ich sie in eine Tapas-Bar geschleppt habe und sie lila Pulpo (Krake) und Muscheln probieren mussten. Haben auch alle mit sich machen lassen.
Zum guten Essen darf ein superleckerer Albariño-Weisswein und Tarta de Santiago als Dessert natürlich nicht fehlen.

Ausserdem sind wir ein bisschen in Galizien rumgereist. Zum einen ging´s in die grösseren Städte La Coruña mit seinem tollen Hafen, Pontevedra mit seiner hübschen Altstadt und zu einer Shopping-Tour durch Vigo.
Das eigentlich Tolle war aber, dass meine Eltern einen Mietwagen genommen haben und wir so leicht zu Ecken kamen, wo man mit den Öffentlichen hier keine Chance hat. Wir sind die Rías Baixas, die galizischen Fjorde, hoch und runter gefahren und haben in kleinen putzigen Fischerdörfern Halt gemacht. Hat irgendwie schon etwas eigenes, wenn der Fischerkutter in den Hafen einfährt und man live sehen (und riechen!) kann, wie die Muscheln aus den Netzen gesammelt werden.

Wir waren auch am Kap Finisterre. Der Ort ist hier sehr berühmt, denn er gilt als eigentliches Ende des Jakobswegs. Vielen Pilgern, die den ganzen Weg von den französischen Pyrenäen gelaufen sind, reicht Santiago de Compostela nicht als Ziel des Camino de Santiago, sondern sie laufen noch 60 km weiter bis zum Kap Finisterre. Oder man nimmt praktischerweise den Bus, wenn die Füsse nicht mehr wollen. Wörtlich übersetzt bedeutet Finisterre “Ende der Welt”. Es wird fälschlicherweise oft für den westlichsten Punkt Europas gehalten (der liegt aber bei Lissabon), ist aber zumindest das westliche Ende Spaniens. Ich finde, Finisterre hat schon eine besondere Atmosphäre. Der Ort liegt hoch über dem Wasser, es gibt nur einen einsamen Leuchtturm und einige Kreuze und man hat einen tollen Ausblick auf das Meer. Ein paar Pilger sitzen zusammen, spielen Gitarre und trinken Wein und geniessen, ihr Werk endlich vollbracht zu haben. Traditionellerweise lassen die Wanderer einen Gegenstand, der sie auf dem Weg begeleitet hat, am Kap zurück. Daher gibt es einen kleinen Platz, auf dem die Wanderschuhe verbrannt werden oder man wirft Stock oder Schuhe einfach ins Wasser. Vielen scheinen ihre Schuhe aber zu wertvoll zu sein und sie binden stattdessen eine Socke um einen Mast – das gibt schon ein skurilles Bild!


Der Nationalpark am Strand von Corrubedo ist der grösste Dünenstrand Galiciens und ein Paradies für Vögel. Es ist wunderschön dort, trotzdem verirrt sich fast kein Tourist dorthin. Ich hatte Glück, dass das Wetter beide Male, als ich da war, recht schön war und man einfach entspannen und Surfer beobachten konnte. Das Herz des Parks ist eine 15 Meter hohe Wanderdüne – das war schon noch ein bisschen anders als unsere gute deutsche Ostsee…

Nicht weit vom Nationalpark liegen die Überreste einer mehr als 2000 Jahre alten Keltensiedlung. Sehen irgendwie eigenartig aus, die Grundmauern der kreisrunden Häuser. Wo häng ich da nur ein Bild auf und an welche Wand stell ich den Kleiderschrank…?


Hallo Süße!
Die Bilder sehen ja echt zum träumen aus…
habe dich soooooo lieb!!!
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