Guanajuato (etwa 140.000 Einwohner) liegt im südlichen Hochland Mexikos, in einem breiten Talbecken namens Bajío. Die Stadt stammt aus der Kolonialzeit und ist echt schön und gut erhalten. Sie wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Es gibt viele enge Gassen und kleine, lauschige Plätze, wo immer was los ist. Die kleinen Häuser an den Hängen sind ganz farbenfroh angemalt und geben der Stadt ein freundliches Gesicht. Guanajuato wurde aufgrund ihrer Silberminen, welche von den Spaniern genutzt wurden, schnell reich und hat einige beeindruckende Bauten aus der Zeit. Hier sind sehr viele Touristen unterwegs, v.a. Mexikaner und Amis, aber auch viele Studenten. Guanajuato ist die Kulturhaupstadt der Gegend, immer ist ein Festival im Gange. Im Oktober finden hier die Cervantes-Festspiele statt (Cervantino), zu denen Künstler aus der ganzen Welt kommen und ganz viel los sein soll. Da freu ich mich schon drauf.
Von meiner Unterkunft sind es 15-20 Minuten zu Fuß ins Zentrum. Ich wohne im Viertel Presa de la Olla, das nach einem Stausee benannt ist. Mir wurde schon vorgeschwärmt, wie schön der sein soll. Doch finden gerade Bauarbeiten statt und er führt überhaupt kein Wasser – sehr schön.
Ich habe eine kleine Ein-Zimmer-Wohnung. In dem Haus wohnen außerdem mein Kollege und Vermieter, seine Mutter und ein Ami, den man aber nie zu Gesicht kriegt. Und Lola, eine verrückte Hündin. Von der Terrasse mit Hängematte hat man einen schönen Blick über das Viertel mit seinen kleinen Häusern und schmalen verwinkelten Gassen.
Beeindruckend finde ich all die Tunnel hier in Guanajuato – la subterranea. Die historische Altstadt ist von einem uralten Tunnelsystem durchzogen, das u.a. neben den Pyramiden der Maya zu einem der „Maravillas“ (Wunder) Mexikos erklärt wurde. Wenn man durch die Stadt läuft bemerkt man gar nicht, was sich unter einem abspielt, nur ab und an führt eine Treppe für Fußgänger nach unten. Die Tunnel sind alte Flussbetten und Bergwerkschächte und führen einen großen Teil des Autoverkehrs – oft gibt es Stau. Ich glaube viele Autos haben keinen Katalysator, jedenfalls rußt und stinkt es immer mächtig in den Tunneln. Früher war das Tunnelsystem wohl richtig wie eine zweite Stadt unter der Stadt, doch Erdbeben haben einiges zerstört. Aufgrund der heftigen Regenfälle In der Regenzeit passiert es manchmal, dass die Tunnel derart überschwemmt werden, dass es zu einem Verkehrschaos kommt…
Richtig begeistert war ich vom Diego Rivera Museum, zu Ehren des mexikanischen Malers und Ehemannes von Frida Kahlo. Sein Geburtshaus befindet sich hier in Guanajuato und beinhaltet eine interessante Ausstellung über sein Leben und einige seiner Werke, sowie eine andere Ausstellungen über den Nationalstolz der Mexikaner und dessen Ausdruck in der Kunst. Wo ich vor der Frida Kahlo-Ausstellung in Berlin aufgrund unfassbar langer Warteschlangen kapituliert habe und leider nicht reingegangen bin, hatte man hier hingegen seine Ruhe und konnte die Ausstellung genießen. Der Eintritt kostete mich als Studentin gerade einmal 5 Pesos, etwa 30 Cent!
Eine andere Attraktion ist der Mercado Hidalgo. Er wurde von Gustave Eiffel in Frankreich entworfen und sollte dort eigentlich einen Bahnhof beherbergen. So sieht die Markthalle auch aus. Kaufen kann man dort alles von ganzen Hühnern, über Süßigkeiten, Bilder, bis hin zu Keramik. Der Wechselkurs ist 1 Euro zu 16 Pesos, und die Kosten hier sind wirklich niedrig, v.a. wenn man sich etwas außerhalb der Touristenzentren aufhält. Zum Einkaufen renne ich sonst aber nicht bis zur Markthalle, da man hier auch alle 50m einen Tante Emma-Laden findet. Die führen zwar zu 80 Prozent Chips, Schokoriegeln und Limo, aber Nützliches wie abgepackte Tortilla und Käse, der für Quesadillas schon in Streifen gerissen ist, findet man auch. Die Apotheken “Farmacias” führen sämtliche Artikel, die man bei uns in der Drogerie findet, und man bekommt viele Medikamente, z.B. Antibiotika, ohne Rezept.
Also alles in allem bietet Guanajuato trotz seiner überschaubaren Größe eine Menge an Aktivitäten und Museen. Es gefällt mir sehr hier – zwei Monate lang lässt es sich gut hier leben!












Hallo meine liebe Jana, da sitzen wir hier an der heute verregneten Ostsee und dürfen lesen, was unser Kind 11.000 km entfernt für neue Dinge kennenlernt. Ich hatte ja schon vorher Guanajuato vergoogelt, aber was Du zu berichten weißt, ist natürlich viel interessanter. Und auch beruhigender für ein ängstliches Mutterherz. Dann laß uns weiter an Deinem mexikanischen Leben in Wort und Bild teilhaben.
Liebe Grüße und einen dicken Kuß nach Mexiko – Deine Mama.
Ich liebe vor allem die mexikanische Kühe. Das muss dir ja auch sehr gut schmecken. Gestern Abend hatten wir Quesadillas, Nachos und Buritos mit Guacamole. Das war so lecker. Die Guacamole habe ich sogar selbst gemacht.
Huhu jana
Hast du vor auch zu ihrem geburtshaus oder so zu fahren? oder haben die da allgemein viele frida-kahlo-museen weil sie ist da ja fast so was wie ne nationalheldin oder?
da hast du ja ne interessante Tour gehabt, und die frida kahlo ausstellung war wirklich überfüllt aber es hat sich gelohnt!
Lg aus düsseldorf