Alltägliche Unterschiede

Mittlerweile habe ich mich ganz gut eingelebt. Im Alltag gibt es aber doch ein paar kleine Unterschiede…

Jeden morgen renne ich, bevor ich irgendwas anderes mache, raus und die Treppe runter, um das Gas anzustellen, damit sich das Wasser erwärmt. Dann muss man so 20 Minuten auf die warme Dusche warten. Übrigens gehört hier Toilettenpapier nicht in die Toilette, was einem natürlich keiner sagt! In der Gegend von Guanajuato haben die meisten Privathäuser weder Heizung noch Klimaanlage. Wenn’s doch mal kühler wird, zieht man eben einen Pulli über. Aber so richtig kalt wird’s hier eben selten. Dafür hat das Büro eine Klimaanlage und die kühlen immer so runter, dass man sich echt warm anziehen muss. Ich verstehe überhaupt nicht, wie man das so kalt mögen kann!

Buntes Guanajuato

Gassen in Guanajuato

Wir sind hier in 2000m Höhe, aber das vergisst man immer, weil es eine Hochebene ist, auf der sich nur kleine Hügel abzeichnen. Und die Vegetation ist sehr vielfältig, was man in Europa in dieser Höhe ja so nicht mehr hat. Wenn man 18 Uhr aus der Arbeit kommt, ist es gar nicht so leicht noch Sonne zu tanken, selbst bei wolkenlosem Himmel, weil ein großer Teil von Guanajuato im Schatten liegt. Leider wohne ich auch auf der Seite, die nachmittags schattig ist. Was nützt einem da die beste Terrasse mit Hängematte? Da es hier hügelig ist, wird es nie so richtig heiß, aber meist so 20-23 °C tagsüber, nachts deutlich kühler. Das ganze Jahr über hat man hier eher gemäßigte Temperaturen. Schnee ist eine echte Seltenheit, fällt etwa einmal in 10 Jahren. Hurricane-Gefahr besteht eher an der Küste, aber die Auswirkungen (mehr Regen, Wind) bekommt man auch im Landesinneren zu spüren. Aber insgesamt ist es ein echt angenehmes Klima!

Pasta kochen


Fiesta in León

Am Montag hat die Schule begonnen, seit dem ist der Verkehr noch dichter als sonst. Erst habe ich mich gewundert, dass die Jugendlichen hier so adrett rumlaufen, aber schnell wurde mir klar, dass es sich um Schuluniformen handelt! 😉

Alte VW, wie man sie überall sieht

Im Stadion gibt es an der Kasse zwei Schalter: eine für Sonnen- (sol) und eine für Schattenplätze (sombra). Im Schatten sitzen ist natürlich teurer, da ist die Schlange meist kürzer.

Kasse

Mit der Pünktlichkeit haben es Mexikaner nicht so sehr. Eine halbe Stunde später zu kommen ist durchaus normal. Aber gut, das stört mich nicht so sehr. 😉
Meine Chefin meinte, dass Mexikaner in manchen Dingen etwas zurückhaltener sind als Deutsche und Probleme nicht direkt ansprechen. Zum Beispiel bin ich paar mal in ihr Büro gerannt, weil mir anfangs kaum Aufgaben gegeben wurden und ich mich etwas überflüssig gefühlt habe. Das hat sie erstaunt, weil viele Mexikaner das wohl nicht so ansprechen würden.

Alle, die ich getroffen habe, sind wirklich sehr freundlich, man kann sie immer nach dem Weg fragen oder um Hilfe bitten. Die Männer sind echte Caballeros (Gentlemen), die einem immer den Vortritt lassen, die Autotür öffnen und den Stuhl anbieten! Und Frauen mit Blumen beschenken (auch gern in der Gruppe). Ein Traum. Davon könnten sich deutsche Männer gern eine Scheibe abschneiden… 😉

Mariachi

Wegen der Zeitverschiebung: ich bin übrigens 7 Stunden hinter der deutschen Zeit zurück. Die Sonne geht 7.15 Uhr auf, 20 Uhr ist’s dunkel. Also ähnlich wie Zuhause. Nur nervig ist, dass man als Frau nach Einbruch der Dunkelheit auf keinen Fall allein rumlaufen soll. Daher ist 20Uhr manchmal ziemlich früh…

Don Quijote und Sancho Panza

Romantisches Guanajuato

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4 Antworten auf Alltägliche Unterschiede

  1. Nadja sagt:

    Die Bilder sind so schön! 🙂

  2. Conny sagt:

    Ich kann mich Nadja nur anschließen und die Bilder loben. Auch Deine Beiträge sind sehr anschaulich und schön und machen Lust auf Mexico. Wir hätten unsere Tradition fortsetzen und Dich auch an diesem Praktikumsort besuchen sollen. Und ist es nicht üblich oder so gefährlich als Frau nach Einbruch der Dunkelheit allein rumzulaufen?

  3. sabine sagt:

    Liebste Grüße aus deinem „sweet home castle“ Rüdnitz. Wir vermissen dich sehr und sind froh wenn wir dich wieder in die Arme schließen dürfen. Ich freue mich das es dir gut geht und dich eingelebt hast. Ich bin sehr Stolz auf dich. Ich hätte mich das nie getraut. Du kleine Weltenbummlerin. Mach weiter so und nimm mit was du nehmen kannst. Hab dich lieb kleine Maus. Die Fotos sind übrigens sooo Schön, so stell ich mir Mexiko vor.

  4. Maria sagt:

    Que estas linda en tu galería de fotos! Ich hoffe, das war richtig^^.

    In KL wird das Office auch immer so stark gekuehlt. Da fuehlt man sich wie im Kuehlschrank! Und dann kommt man raus und die heiße Luft erdrückt einen fast. Aber ein Kollege hat mir erklärt, dass wir Deutschen das ja genauso machen: Im Winter heizen wir so stark, dass wir frieren, wenn wir rausgehen. 😉

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